Tutorials sind meistens langweilig, ziemlich nerdig und größtenteils unverständlich. Gähn. Stopp. Bei uns findest du die wichtigen Infos und außerdem eine Top Kletterausrüstung zu besten Preisen!
Schließe einen Moment die Augen (nein, nicht sofort – erst am Ende des Absatzes!). Du befindest Dich, sagen wir mal, an der schroffen und ziemlich steilen Seitenwand des Falkensteins in der Sächsischen Schweiz. Und zwar nicht an deren Fuß sondern auf halbem Wege zwischen Gipfel und sicherem Boden. Eine sanfte Brise streicht um deinen Körper, während Du nach dem nächsten verlässlichen Haltepunkt suchst. Außer Deinem Atem und dem fernen Kreischen eines Falkens ist nichts zu hören. Du holst mit Deiner Hand auf eine Ritze im Fels aus und ... verlierst den Halt. Free Fallin' von Neil Young geht Dir durch den Kopf, als Du in die Tiefe stürzt. (Pst ... Augen wieder auf!)
Abseilen? Wohl kaum!
Und? Langweilig? Spätestens bei Deinem nächsten Aufstieg und wenn Dir dieser Text in rauschigen Höhen durch den Kopf geht, weißt Du dass von Langeweile keine Rede sein kann. Langeweile und Freeclimbing sind ohnehin ein Wortpaar, das unpassender nicht sein könnte. Übrigens: Außer ein paar Schrammen, die Du dir an den Felskanten holst, ist Dir in dem obigen Beispiel nichts passiert – du warst ja abgesichert. Jetzt heißt es aufs Neue den Weg nach oben zu suchen. Oder abseilen? Wohl kaum – also: Auf!
Mach Dir klar: Freeclimbing (bzw. generell der Bergsport) ist eine Sportart, die Dir außer einer guten Kondition und ausgezeichneter Beweglichkeit noch einiges abverlangt. Außerdem kannst Du gut mit dem Rückschlag umgehen, Dir erneut einen Weg im Fels nach oben zu suchen – auch wenn Du die Strecke ja vor gut 30 Minuten erst erklettert hast.
Die Freeclimbing Kletterausrüstung: Vom Steigeisen bis hin zum Klettergurt
Außer den eigenen Händen und Füßen und den Einsatz des eigenen Körpers sind beim Freeclimbing keinerlei Hilfsmittel wie Steigeisen oder dergleichen erlaubt. Die eigentliche Freeclimbing Ausrüstung ist ja Dein Körper. Was nicht heißt, dass Du nicht abgesichert bist - es geht bei diesem Tutorial ja nicht darum, einen Beitrag zur aktiven Sterbehilfe zu leisten. Im Gegenteil.
Die Grundausstattung für Deine Kletterausrüstung besteht aus dem Hüftsitzgurt, also dem Klettergurt, und Kletterschuhen sowie den Anseilgurten, Seilen und dem Schlingenmaterial. Die Frage, ob Du einen Steinschlaghelm brauchst, beantwortest Du dir in etwa der Weise, wie Du für Dich entscheidest, ob Du mit oder ohne Helm Fahrrad fährst.
- Klettergurt bzw. Hüftsitzgurt: Den Klettergurt (auch Hüftsitzgurt genannt) wirst Du beim Kauf unbedingt austesten – er muss perfekt sitzen und auf Deine Körpergröße angepasst sein. Die Fachleute im Geschäft wissen, worauf es ankommt und helfen Dir dabei, den für dich nicht nur in Hinblick auf Passgenauigkeit sondern auch auf Ausstattungsmerkmale besten Hüftsitzgurt auszuwählen.
- Kletterschuhe: Es wird nicht nur dieses Tutorial sondern auch eben dieser Fachmann sein, der Dir zu etwas raten wird, das oft vernachlässigt wird: Die richtigen und auch nicht ganz günstigen Kletterschuhe.
- Weitere Freeclimbing Ausrüstung: Seile/Karabiner/Schlingenmaterial. Mit einem Seil von 50 bis 60 Metern Länge und einem Mindestdurchmesser von 10 mm bist Du im Falle eines Ausrutschers gut gesichert. Die Qualität und Verarbeitung der Seile in Verbindung mit dem Schlingenmaterial und den Karabinern muss die allerhöchste sein: Es hängt später Dein Leben dran. Und sei es nur zum abseilen. (Dass in unserer Aufzählung das sogenannte Chalkbag, der Magnesiumbeutel, fehlt, ist nur konsequent, denn in unserem Beispiel mit der Sächsischen Schweiz ist der Magnesiumeinsatz nicht erlaubt – andernorts aber sehr empfehlenswert!).
- Achso: Temperaturumschwünge in luftiger Höhe sind nicht so selten, wie man annimmt – Mütze und Funktionsjacke sollte man daher nicht im Basislager zurücklassen. Und ja, die Steigeisen, ja die musst Du definitiv da lassen!
Abseilen oder nach oben - mit der richtigen Klettertechnik
Du sitzt nun vor diesem Tutorial, den Klettergurt bereits umgelegt und den Karabinerhaken bereit zum Einschnappen in die Metallschlinge und wartest nervös auf die Tipps für die richtige Klettertechnik. Laaaangsam: Die richtige Klettertechnik sowie die geeignete Stelle für einen Aufstieg erlernt man am Besten zusammen mit einem Fachmann, also mit einem Kletterführer – das Internet kann nur eine Einstiegshilfe sein! Die ersten Grundbegriffe lernst Du in unserem Menüpunkt „Klettertraining und Klettergriffe“. Ähm: Ich weiß, wir sind lästig, aber wie gesagt: Ohne Steigeisen!







